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Einleitung
So schnell verging ein ganzes Jahr,
und schon steh ich wieder da,
und muss die schwere Bürde tragen,
einen Toten zu beklagen.
Doch was sag ich? Eine Bürde?!
Das ist heute keine Hürde!
Denn hier starb grade, in der Tat,
der Kopf vom Oberdorfer Staat!
Dank gilt also Held des Tages,
El Canibal, Luis Suarez!
Doch mangelte wohl der Aktion,
politische Motivation.
Sein Geist, der tat wohl eher kreisen,
um Abwechslung in seinen Speisen.
Auch Italienisch ist auf Dauer,
Langeweile für die Hauer!
Bevor wir die Kirmes zu Grabe tragen,
lasst mir vorher noch schnell sagen,
was in diesem Kirmesjahr,
bei uns im Örtchen Phase war.
Wer absolut keinen Spaß versteht,
für den ist ’s besser wenn er geht.
An alle and’ren: Bleibt noch hier,
und trinkt noch vom Pustleber Bier!

Raketenstart

Wir starten die Erzählerei,
an einem Samstag Mitte Mai.
Und da stieg – vielen nicht egal –
Finale DfB-Pokal.
Beim Luchs wird sowas zelebriert,
schließlich war Bayern involviert.
Die findet ja ein mancher toll…
Um 8 war also Hütte voll.
Zeitgleich, doch auf and’re Weise,
war es bei Teters auch nicht leise.
Denn es gab Nachwuchs! Nein, nicht wieder
ein Zuchtprojekt von Margerita.
Der Tristan brachte seinen Spross,
erstmals heim ins Dachgeschoss,
wo dieser – weshalb keiner lachte –
auf and’re Weise Stimmung machte.
Denn, war das Kind nur Tage alt,
verfügt es über Stimmgewalt.
Den Fakt muss man, bei Rohrspatz-Genen,
allerdings wohl kaum erwähnen…
So wurd‘ es bei Familie Teter,
heut‘ lauter und vor allem später!
Sodass das Kindchen auch noch schreit,
da lief beim Luchs schon Nachspielzeit.
Der Handlungsstränge sind ‘s nun zwei:
Fussballabend, Kindgeschrei…
Um diese nun zu kombinieren,
hilft kiffen und vielleicht studieren.
Denn nun tat, wie so oft im Leben,
ein kleiner Funke Ausschlag geben.
Nehmt das wörtlich. Denn die Partie,
gewann ja Bayern… Jippi!
Und drum ließ man, bei Warndts im Garten,
vor Freude ‘ne Rakete starten.
Ein Leuchten samt Knall, man zählte bis 3.
Da huschte vorm Haus ein Schatten vorbei.
Raketenstock kaum zu Boden gefallen,
hörte man plötzlich die Türklingel schallen.
Dirk Niemann schloss auf, nix gedacht,
vor ihm Stand Tristan in all seiner Pracht.
– Schwer atmend und mit Augenringen,
im Hintergrund der Luchs am singen,
zeugte nun grade des Tetis Gesicht,
von maßlosem Spaß am Leben mal nicht.
Humor und Körper eher wie Rambo,
ist er im Herzen doch Columbo.
Was ja nun als Polizist,
durchaus auch von Vorteil ist.
Problem war nur, da Kind nicht brav,
mangelte es stark an Schlaf.
Und Schlafmangel ist blöd. Konkret,
wenn es um die Logik geht.
Die Folge war: Ein Tatbestand,
wurd‘ von ihm dezent verkannt.
Die Rakete!!! – Kaum zu hören,
war Grund genug das Kind zu stören?
– Eine sehr gewagte These,
in ander’n Worten: Einfach Käse!
Denn ein Kind von knapp 3 Wochen,
schläft pauschal nicht wie ein Knochen,
und weit ist es von Warndt zu Teter,
laut GoogleMaps 500 Meter!
Doch ist er auch introvertiert,
ist Papa Teti engagiert!
Er lief zu Luchs – selbst Usain Bolt,
hätte ihn kaum eingeholt –
um nun die Leute zu beleiern.
Die dachten erst, er kam zum Feiern.
So sagten sie: „Mensch, das ging schnell!
Beim Klingeln war’s vom Schuss noch hell!“
Doch Tristan, der Frust noch schiebt,
machte sich jetzt unbeliebt.
So sagte nun des Hankis Sohn,
in unnötig recht straffen Ton:
„Mein Kind liegt heime wach und schreit!
Seht zu, dass ihr hier leise seid!“
Da ging’n die Köpfe rum zu Teti,
als stünd‘ hier leibhaftig der Yeti!
„Was willst du Pinsel grade hier?
Setzte dich hin und trinke ’n Bier!“
Man war wohl empört, was er sich erlaubt.
„…Und wer bist du überhaupt?“
„Aha, ne Rakete… Wir ha’m nix gehört!“,
logen sie dreist und taten verstört.
Gerd Hügel gab dazu, entgegen Erwartung,
dann gratis und weise ‘ne Lebensberatung:
„Dein Kind ist wach, was soll schon sein?!
Du, das schläft auch wieder ein!
Verheiratet biste? Sieh zu, dass du Stress,
von deiner Braut jetzt regeln lässt!“
So blickte Teti nur verstohlen.
Hier war heute nichts zu holen.
Und realisierte wohl:
Die Aktion war ziemlich hohl,
weil wohl der wahre Terrorist,
zuhause in der Stube ist.
Drum biss er sich nun auf die Zähne,
und dachte wieder an die Gene.
Denn Nachbarschaft terrorisieren,
tat ihm ja früher selbst passieren.
Und die Moral in diesem Fall,
ist kurz wie der Raketenknall:
Wenn du heim raus willst, sag ‘s wie’s ist,
und mach nicht ein‘ auf Polizist.
Die sind bei Partys nicht willkommen…
Stan Pepe hier mal ausgenommen.

Carlos Schulfahrt

Niemanns haben einen Hund,
und der heißt Carlo und ist rund
– wohlgenährt in punkto Bauch –
und fürsorglich, das ist er auch.
Denn bringt er Thomas, Dirk sein‘ Sohn,
zum Schulbus hin aus Tradition.
Er wartet an der Haltestelle,
ohne Knurren und Gebelle,
dann steigt der Thomas immer ein,
und Carlo geht alleine heim.
Er sieht das sicher als sein‘ Job.
Und macht er ihn auch immer top,
können graue Alltagsmühen,
Langeweile auch versprühen.
Darum verwundert es nicht sehr:
Irgendwann wollt‘ Carlo mehr!
An einem Tag tat er erwachen,
und wollte einen Ausflug machen.
Und so ein Schulbus, das ist klar,
stellt da ‘ne prima Chance dar!
Die Info war wohl sehr begehrt,
wohin der Thomas immer fährt…
Drum dacht‘ sich Carlo: „Was soll sein?!“,
und stieg einfach vorne ein!
Das war auch erstmal kein Problem.
Die Fahrerin tat ich nicht seh’n.
Denn neben ein paar kleiner Flöhe,
hat Carlo auch nur Schienbeinhöhe.
Und mit der Größe war er klar,
unter dem Busfahrerradar.
Carlo ließ sich also nieder,
streckte lässig seine Glieder,
und verhielt sich unauffällig.
Doch blieb er nicht lang unbehelligt.
Rückspiegel, Kontrollblick, klar:
Da war was, das ist sonst nicht da.
Und das war vierbeinig und hechelnd,
vor Vorfreude fast menschlich lächelnd.
Die Fahrerin hat nicht gelacht,
und war schnell recht aufgebracht.
Bei Hunden bleibt sie nicht gelassen,
und kann sie nicht einmal anfassen!
Drum tat Carlo an diesem Morgen,
für Stress und Diskussionen sorgen.
Die Luft im Bus war also stickig,
denn die Fahrerin war zickig!
Doch eins der lieben Kinderlein,
mischt sich da bestimmt nicht ein.
Sodass der Bus-Verlassen-Zwang,
nicht so recht zu Carlo drang.
Leib und Mimik buddhagleich,
Gemüt und Fell fast butterweich,
verharrte er im Mittelgang,
trotz Zureden, minutenlang,
bis sie ihn schließlich, etwas grob,
mit Hilfsmitteln zum Ausgang schob.
Was bei den Kindern, wie man spürte,
zu deutlicher Entrüstung führte.
Doch Reaktion auf Platzverweis,
war von Carlo ‘cold as ice‘!
Ja, ich tue es hier kund:
Der Carlo ist ein kalter Hund!
Schamlos, wie sonst nur Bill Clinton,
stapfte er zum Einstieg hinten,
stieg ein und war auch ohne Hatz,
noch vor der Fahrerin am Platz.
Gang war nicht mal eingelegt,
wurd‘ wieder Ärgernis erregt.
Erneuter Rückblick, ohne Müh,
brachte nun ein Déjà-vu!
Die Fahrerin sah, recht perplex,
ein Fellknäuel Höhe Reihe 6!
Ja, da lag Carlo, braun und breit,
unverändert startbereit…
Der Fahrerin genügte ‘s nun,
und uneinsichtig, wie ein Huhn,
sprach sie sauer: „Mit dem Köter,
fahre ich hier keinen Meter!“
Ein Satz, gesprochen im Affekt,
in dem brisanter Inhalt steckt.
Denn war er ausgesprochen kaum,
ging schon Beifall durch den Raum.
Und binnen Sekundenschnelle,
schwappte die Laola-Welle.
Das war wohl so nicht kalkuliert,
und logisch doch, dass es passiert.
Weder Alex, Leon, Jule,
nur Carlo wollte in die Schule!
So wurde er auch, ohne Frage,
vor um 8 zum Held vom Tage.
Und es vergingen mehr Minuten,
mit teils heftigen Disputen,
bis Thomas schließlich war ’s genug,
und er den Hund nach draußen trug.
Die Kinder winkten ihm noch zu,
da stapfte er schon heim in Ruh,
und dachte sich wohl: Diese Wilden,
lassen einen sich nicht bilden…
Drum die Moral von der Geschicht‘:
Gebt Carlo Privatunterricht!

Braune Tonne

Ein jedes Jahr reden wir gern,
über den geliebten Schern.
Vom Status her kommt der ja gut hin,
wie die Krim, nur ohne Putin!
Denn Autonomie ist hier Brauch,
und etwas russisch sind sie auch.
Beleg? Ein kalter Wintermorgen:
Ein Rentnerpaar, fern aller Sorgen,
am Kaffetisch gemütlich saß,
wo man Croissants und Brötchen aß.
Der Tisch, wie immer hübsch gedeckt,
was wichtig ist, damit es schmeckt.
Doch etwas störte die Idylle:
Ein Blinken drang durch ‘s Glas der Brille.
Dazu ein Piepton, laut und stet,
der mächtig auf die Nerven geht.
„Es ist gewiss etwas passiert!“,
wird nun am Kaffetisch sinniert.
Da unterbricht man auch mal gern,
eine Mahlzeit auf dem Schern…
Karina heißt sie, die geschickt,
nun durch die Fensterscheibe blickt.
Hubert füllte grad die Tassen,
und sah das ganze recht gelassen.
Denn er hat wohl schon längst gecheckt,
was den Rest der Siedlung weckt.
Für Hektik gab es keinen Grund,
ruhig ging der Kaffe hin zum Mund.
Karina doch ergreift, in Panik,
die Flucht, wie einst auf der Titanic
die Passagiere, in Eismeerwogen.
Nur hatten die mehr angezogen!
Im Vollsprint rief sie, wie besessen:
„Wir ha’m den Biomüll vergessen!“
Er zuckte kein Millimeter,
sie war schon draußen, Zehntel später,
in engelsgleichem Nachtgewand,
und Biotonne an der Hand.
Mit wilder Gestik, Mimik, Schreien,
als wäre sie grad zwischen Haien.
Zusammen mit dem Tonnenrollen,
ein morgendliches Donnergrollen!
Durch Trichterwirkung Schern verstärkt,
sodass auch Robert es bemerkt!
Ja, an ‘nem Morgen, einem kalten,
kann man so Nachbarn unterhalten.
Denn auch bei Fam’ly Mikoremus,
gab es grade Frühstücksgenuss!
Doch dies’mal gab’s zum Morgentee,
eine Art Varietee:
Schemenhaft im Morgentau,
sah man dort des Huberts Frau,
Vor sich eine Braune Tonne.
Robert biss ins Brot mit Wonne,
und hatte schnell, so wie sie schlittert,
‘nen Kirmeszeitungstext gewittert.
Und in der Tat, dieses Spektakel,
endete nun im Debakel!
Denn, in Nachthemd und mit Puschen,
lässt es sich nicht hurtig huschen.
Sodass, wenn sie gefühlt auch flog,
das Müllauto gen Schranken bog.
Der Umstand war für Huberts Frau,
freilich nun der Super-GAU!
Doch ihr Frust verflog geschwind.
Der Müllmann hat Augen für Weißes im Wind!
Und merkte im Spiegel, im letzten Moment,
ein weites, weißes Flatterhemd.
„Flog da ein Gespenst grad‘ munter,
den winterlichen Schern herunter?“
Merkwürdig wie Hieroglyphen,
galt es, das zu überprüfen.
Ja, Karinas großes Glück:
Das Müllauto setzte zurück!
Der Fahrer kriegte kurz ‘nen Wink.
Ein Bremsen, viel Piepen. Da stand es, das Ding!
Nette Leute in der Branche,
mit der Dienstkleidung orange.
Doch merket euch bei der Geschicht‘:
Zaubern kann der Müllmann nicht!
So sah er bald recht unbenommen,
das Unheil samt Karina kommen.
Dann stand sie da, so schrecklich froh.
Ihr Gegenüber dacht‘: „Oh oh…“
Ringend mit Tränen musste er wagen,
Karina die grausame Wahrheit zu sagen.
Kleinlaut sprach er: „Gute Frau,
wir fahren heute Farbe Grau!
Gelben Sack und Biomüll,
nächste Woche, so Gott will!“
Karina war nun sehr frustriert,
weshalb nicht nur der Müll gefriert.
Die Tonne schwer, ganz ungelogen,
hat sich der Heimweg so gezogen.
Huberts Frühstück – ein Genuss,
auch noch beim zweiten Kaffeguss.
Und so las er, als sie war da,
grad den Sportteil der TA.
Und die Moral von der Geschicht‘:
‘Nen Vollblutrentner hetzt man nicht!
Frei nach dem Motto aus uralter Zeit:
Hauptsach‘ gesund und Frau hat Arbeit!

Steve-Mole

Die nächste kleine Anekdote,
belegt die doch recht dünne Quote,
dass selbst in unser’m Feindesland,
mal etwas Lustiges stattfand.
Wobei, hier standen vor dem Scherzen,
für den Akteur noch reichlich Schmerzen!
Wenn man gen Oberdorf nun wohnt,
bleibt man davon ja nicht verschont.
Stammt man auch noch aus Pustleben,
hilft da wohl echt nur: Kante geben!
Doch trinkt der Pustleber auch gern,
ist ihm Geschäftssinn niemals fern,
macht aus der Not ‘ne Tugend draus,
und schenkt am Ende selber aus!
Ihr ahnt wohl, um wen es nun geht,
’Toritz‘ in seinem Ausweis steht.
Und doch wird er, in Stadt und Land,
auch Mole Trinkschön gern genannt.
Doch lässt er es gern selber krachen,
hilft er, als Pustleber, den Schwachen,
und fördert nun, seit ein paar Lenzen,
Oberdorfer Kirmestendenzen,
und steht dort gern hinter der Bar.
So war es dann auch letztes Jahr…
Sicher ist vielen hier bekannt:
Wir machen dort den Essensstand.
So konnten wir, hautnah mal eben,
das was nun kommt, live miterleben.
Olafs Nachschub-Lastkraftwagen,
steht neben uns an solchen Tagen.
Und dessen hint’ren Laderaum,
erreicht man ohne weit’res kaum.
Die Fläche ist so Höhe Brust.
Das bringt dem Mole keinen Frust!
Neben Know-how, was in ihm steckt,
ist er wohl Bauhaus-Architekt…
In jedem Fall, so kennt man ihn,
lechzt er nach Adrenalin!
So kam‘ wir an und sahen schon,
eine gewagte Konstruktion.
Der Mole schuf, nicht ohne Stolz,
moderne Kunst aus dünnem Holz!
Kurz gesagt, mutete sie an,
wie Barrikade auf Majdan,
und schien, als tat Mole verbauen,
Paletten und viel Gottvertrauen.
Grad letzteres brauchte er sehr,
bei jedem weit’ren Hin-und-Her.
Um den Aufstieg heil zu schaffen,
sollt‘ man sich also nicht hinraffen.
Bei Alk‘ ist Mole doch kein Spießer;
mehr Konsument als nur Genießer!
Drum tut er sich auch nicht genieren,
Umsatz selbst zu generieren.
Bei jedem weit’ren Nachschubholen,
wurden die Blicke mehr verstohlen,
die Schritte dazu auch beschwingter.
Mal wirkte es trotzdem als hinkt er.
Es wurde später, er wurd‘ strammer,
so wie ein eig‘nes Werbebanner.
So war sein Gleichgewicht vergänglich.
… Für Vernunft nicht mehr empfänglich.
Drum fragten wir uns ziemlich bald,
weniger ob, als wann es knallt.
Wetten war’n grad abgeschlossen,
da kam er wieder raus geschossen,
sprang katzengleich auf Ladefläche,
beim Abstieg zahlte er die Zeche!
Ich spar mir Details, deshalb nur im Groben:
Sein Schädel ging runter, die Füße blieb‘n oben.
Der Körper dazwischen verweilte in Stille,
voll Anmut, mit Grazie, und 2 Promille.
Ein kurzer Augenblick voll Glück…
Dann holte ihn sich die Erde zurück,
zog Mole nach unten, wie ein Magnet.
Er raste zu Boden, wie ein Komet!
Der folgende Einschlag hat ungelogen,
die Erdachse ein Stück verschoben!
Das alles ohne Schutz als Add-on.
–Jackass traf hier Armageddon!
Was Rechenzentrum also blühte,
war’n Wirkungstreffer erster Güte.
Ähnlich wie Haken vor ‘s Panel,
von beiden Klitschkos parallel!
Das war nicht schön, das war nicht fein!
Wir lachten erst im Nachhinein…
Denn was Erstaunliches gab ‘s doch:
Mole Toritz atmet noch!
Hat wohl ‘nen Kopf aus Stein komplett,
und ein Wolverine-Skelett!
Jedoch, als er sich ächzend wendet,
war klar: Veranstaltung beendet!
Denn Moles Platte schwoll rasch an,
wie die vom Elefantenmann.
Im Mittelalter hätt man den lieben,
mit Fackeln aus dem Dorf getrieben.
Doch heut‘ sind wir zivilisiert.
Er wurd ins Hospital chauffiert.
Und dort sprach man ihn, am Empfang,
mit „Mensch, grüß dich Mole!“ an.
Denn wie Hoeneß grad im Knast,
ist Flying Mole Dauergast!
Man hört, er bringt öfter so ‘n Stunt,
Mole Knievel aus Deutschland,
und geht damit sogar auf Tour!
Man findet ihn auf Festen nur.
Erst langweilig beim Thekenpflaster,
die Show gibt ’s dann am Nachschublaster.
So lautet die Moral auch bloß:
Die Schwerkraft ist recht gnadenlos.
Denkst du auch, du könntest schweben,
holt sie dich runter, nach dem heben.
Drum raten wir zum Abschluss dir:
Ausschank mit Vollhelm samt Visier!
Oder nutz Leitern wie ein Mann…
Arbeitsschutz geht alle an!

Der Rote Widder

Vom Folgenden der Zeitpunkt lag,
auf ‘nem normalen Donnerstag.
Ein schöner Tag, das ist gewiss,
weil tags darauf ja Stammtisch ist,
wo Mann im Burschenheim verkehrt,
und seine Leber stark versehrt.
Voraussetzung ist simpel: Bier!
Geholt vom Nachschuboffizier:
Dem Luchs! Und als sein‘ Adjutant,
hatte er Deckard an der Hand.
Die beide kauften also ein,
stapelten Kästen in das Heim,
bis plötzlich, und mit schwerem Schritte,
ein and’rer Herr kam in die Hütte.
Bei Bier sorgt sein Nam‘ für Gezitter.
Die Ehr‘ gab sich der Rote Ritter!
Bert Kißmann war mit seinem Hunde,
spazier‘n auf seiner 5-Uhr-Runde,
sah die Burschen konsumieren,
und wollte wohl partizipieren.
„Ob ich wohl hier Nahrung kriege,
mit Aggregatzustand liquide?!“
Wer Bertchens Bierdurst etwas kennt,
der weiß wohl, was man Eile nennt.
Er zieht die Flaschen unverhohlen,
wie Lucky Luke seine Pistolen.
So war, ‘nen Augenblick darauf,
auch schon die erste Hülse auf.
Und diese auch sogleich verschwunden,
nach handgestoppten 12 Sekunden.
Bei Bert und Luchs verwundert nich‘,
der Vorgang wiederholte sich.
Doch zügig dachte Bertchen dann:
Hier bahnt sich doch was Größ‘res an…
Drum musst‘ noch eine Sache sein:
Der Vierbeiner sollt‘ schleunigst heim.
Denn bei ‘nem heftigen Gelage,
wird so ein Tier rasant zur Plage.
Und später ist, so dacht‘ er klug,
sein Körper Hindernis genug.
Vereinshaustür lag kaum im Schloss,
als der Rote heimwärts schoss…
Nochmal: Wer seinen Bierdurst kennt,
der weiß wohl, was man Eile nennt.
Die Beine als rotier’nde Scheibe,
Hund hing keuchend an der Leine,
wurd‘ er vom Ritter, ohne Witz,
gefühlt zu ‘Flash‘, dem roten Blitz.
Und stand, kurz drauf, mit glüh’nder Platte,
schon wieder unten auf der Matte…
Was dann geschah, konnt‘ man, dank Zeugen,
im WhatsApp-Liveticker verfolgen.
17:30: Luchs und Bert,
hier noch halbwegs unversehrt.
Doch das sollt‘ nicht lang so bleiben,
die zwei wollten Geschichte schreiben.
Denn welch ein Saufen hier begann,
man nur episch nennen kann.
Die Korken flogen von den Pilsen,
wie beim MG Patronenhülsen.
In einem Tempo, so als wär,
der Luzifer hinter ihn‘ her.
Decki dacht, das wär’n Versuch,
für ’n Eintrag in das Guinnessbuch.
Denn selbst für Bertchens Maßstab war,
das Anschlagstempo sonderbar.
Der Grund für die zeitliche Not:
19:00Uhr gab ‘s Abendbrot!
Um nur mit Bier sich hinzurichten,
hatten sie also Zeit mitnichten.
So wurd‘ auch keine Zeit verschwendet,
und Zündungsstufe eins beendet!
Die Stufe 2 war mehr als Norm:
Jetzt gab es Schnaps in Kräuterform.
Um 18Uhr und wenig edel,
ging es so richtig in den Schädel.
Besonders Bert kannt‘ keine Gnaden.
Wie ’n Kind im Süßigkeitenladen.
Das Grünzeug runter, ohne Pause,
als wäre es Waldmeisterbrause…
So kam zuletzt dann, 10 vor 7,
wie Bert und Luchs in ’n Armen liegen.
Mit Bayernliedern auf den Lippen,
und mächtig Alk‘ hinter den Rippen.
Und eben so, nach hartem Feiern,
tat Bert dann auch nach Hause eiern.
Die rote Birne war recht bleich,
sein Laufstil fast schon walzergleich.
Denn was bei Alk so richtig fetzt:
Die Wirkung kommt leicht zeitversetzt.
Und wird, mit Frischluft kombiniert,
meist ziemlich schnell exponentiert.
So traf er ein in seiner Burg,
öffnete Schuhe wie Chirurg,
und saß kurz drauf beim Abendbrot,
sein Zustand nah an „klinisch tot“.
Zu Smalltalk nicht zu animieren,
konnt‘ er grad so die Wand fixieren.
Das Essen wollt‘ sein Magen nicht,
und das war wohl auch besser so,
denn alles um ihn drehte sich…
Bert entschied: Ich muss zum Klo!
Doch trotz der cleveren Erkenntnis,
war Hinkommen kein Selbstverständnis!
Sein Körper mied flüssige Regung,
chamäleonartig die Augenbewegung.
Da wirkt ein Flur, Struktur auch klar,
schnell wie der Markt in Priština!
Dazu erschwerten das Gelände,
noch die Möblierungsgegenstände.
– Ein wahrer Hindernissparcours,
gemacht für nüchtern‘ Ritter nur!
Drum wird, nach exzessiven Naschen,
das was nun kommt, kaum überraschen:
Spärlich die Macht über die Glieder,
wie auf dem Schädel sein „Gefieder“,
verfing er sich im Lauf enorm,
bog ruckartig den Leib nach vorn,
und wurde so vom ‘Roten Ridder‘,
zum Rammbock Marke ‘Roter Widder‘:
Er stürmte durch den Korridor,
mit Körperspannung Eisentor,
und sprang, am Schluss, halb weil er fiel,
im feinsten Mole-Toritz-Stil!
Ein Sturz, an Grazie nur zu ‘tobben‘,
im Strafraum von Herrn Arjen Robben!
Und genau auf diese Sorte,
begrüßte ihn die Stubenpforte!
Kopfstoß mit vollem Kampfgewicht,
verzeih’n die meisten Türen nicht.
Erst recht nicht, wenn du eine hast,
in die ist Zierglas eingefasst.
Nein, wenn du dich so vorwärts haust,
wirkt das und klingt wie Panzerfaust.
Sodass den Einschlag selbst vernahm,
ein Seismograph in Pakistan.
Das klang schon fast wie Fliegerbombe.
Bei Gerd schepperte jede Plombe.
Für heute war vorbei der Spaß…
Die Stubentür, sie war entglast.
Das lockte Uwe aus dem Zimmer.
Er hörte Keuchen und Gewimmer,
und sah den Express-Sauf-Ertrag:
In Scherben und in Spänen lag,
der Mann, der ihm die Gene gab.
Ein ganz normaler Donnerstag!
Nicht grad der stolzeste Moment,
doch einen, den der Uwe kennt.
Und so ging er, mit kalter Miene,
nun zu bekannter Not-Routine:
Der schlaffe Leib, stark schnittversehrt,
wurd‘ mühsam nun ins Bad gezerrt.
Um dort die aller größten Wunden,
desinfiziert und zugebunden.
Dann trug man ihn ins Bett hinein,
und Mumie Bert schlief wie ein Stein…
Und doch, die Länge dieser Nacht,
war für den Pegel nicht gedacht.
Denn Bertchen muss beim Hähnekräh‘n,
zumeist schon aus dem Hause geh’n.
Schließlich warten schon die Kühe…
Doch Aufstehen hieß heute: Mühe!
Denn Geist und Körper war’n noch eher,
so lebensfroh wie Nordkorea.
So folgte auf das Weckerdröhnen,
vom Ritter nur gequältes Stöhnen.
Er blickte glasig, rang nach Luft,
ignorierte Salbenduft.
Auch sein Torso, stark verkommen,
wurd‘ als gegeben hingenommen.
So scheint, als wär für ihn persönlich,
der Zustand nicht ganz ungewöhnlich.
Schnittwunden mit Pflastern drauf,
warfen keine Fragen auf.
Veränderung am Heimatort,
bemerkt er hingegen sofort!
Denn schon im Flur, da merkte er:
Die Stubentür, sie war nicht mehr!
Ein Neuigkeitsgehalt der hinkt?
Das kann ihn doch nicht überraschen?
Doch, wenn man sich mit Kräuterfalschen,
und Hektolitern Bier betrinkt!
Kurzum: Was war dank Suff passiert?
Berts Festplatte war formatiert!
‘Tür habe ich mit Kopf durchdrungen!‘,
war keine der Erinnerungen!
Dass sie nun jedoch grad fehlte,
war’n Zustand, der den Ritter quälte.
Doch konnte sie ja weit nicht sein.
Bert ging ins Uwes Zimmer rein.
Ein kurzer Blick und siehe da,
vor ihm stand Beweisstück A!
Berts Reaktion war ungewöhnlich:
Nicht selbstkritisch, eh’r unversöhnlich!
Der Uwe wird dahinter stecken,
dacht er nach dem Tür-Entdecken.
Drum formuliert er aufgebracht:
„Was hast du mit der Tür gemacht?“.
Erneut nicht stolz war der Moment,
doch einen, den der Uwe kennt!
Drum fasste er nur kurz zusammen,
Bert, der stammelte „Ach so…“,
denn das erklärte seine Schrammen.
Dann trollte er sich Richtung Klo.
Schnittwunden schnell neu bekleben…
Ein ganz normaler Freitag eben.
Und die Moral von der Geschicht‘:
Beschuldige die andern nicht,
und fass dich an die eig’ne Nase,
wenn sie zerschnitten ist vom Glase.
Denn ist der Suff manchmal dein Credo,
wirst du mitunter zum ‘Türpedo‘.

Kleinanzeigen

Ich lebe für Adrenalin. Deshalb habe ich dieselbe
Konstruktion, die mich letztes Jahr fast entzahnte,
auch 2014 wieder vor meinem Nachschubwagen
aufgebaut. No Risk, no Fun!
Gez.: „Flying“ Mole Toritz

Obwohl ich weiblich bin, liebe ich Vatertage! Da
muss ich nämlich mal nicht allein in meiner Hütte
schlafen, sondern darf zusammen mit Herrchen
im Auto übernachten!
Gez.: Lexi

Meine Reaktion auf einen Anruf eines Katalogheinis
ist so einfach wie genial: „Es tut mir leid.
Ich musste mich leider von der Frau trennen!“
Gez.: Holger „die Lebenserfahrung“ Werfling

Was ich mit Katzen anstelle würde selbst ISKämpfer
bleich werden lassen.
Gez.: Lance Kresse

Apropos IS. Obwohl mein Freund Marcel nun
nicht viel Unterschied zum klassischen Selbstmordattentäter
hat, laufe ich trotzdem noch weg,
wenn eine Frau mit Kopftuch ihren Koffer neben
mir abstellt! Oder vielleicht auch gerade deshalb?
Gez.: Malory Regenzart

Das Leben auf dem Bauernhof ist hart! Deshalb
hat sich wohl dieses Jahr bereits eine Ente selbst
hingerichtet. Eine meiner Ziegen, die bereits
selbstständig die Kreissäge eingeschaltet hatte,
konnte zum Glück im letzten Moment von ihrem
Vorhaben abgebracht werden.
Gez.: Dirk Niemann

Meine Reaktion auf einen Anruf eines Parfümheinis
ist ebenfalls so einfach wie genial: „Es tut
mir leid. Die Frau ist leider verstorben!“
Gez.: Holger „die Lebenserfahrung2“ Werfling

Runkeln kann man nie genug haben! … Dachte
ich, bis ich dann mit dem Trecker in Wiemanns
Acker stecken geblieben bin, weil die Hütte gnadenlos
überladen war.
Gez.: Bert Kißmann

Ich bin „pussynet“!
Gez.: Franjo Müntzel

Ich scheue mich nicht – und das sage ich mit
Stolz – auch einen Bürgermeister von 70 Jahren
in die Schranken zu weisen! Der Grünschnabel!
Gez.: Hans Niemann

Habe mich zur Jahreshauptversammlung der
Kirmesburschen verlaufen. Dummerweise fand
parallel dazu nämlich eine Hochzeitsfeier nebenan
in der Kulturscheune statt. Hatte mich schon
gewundert, dass sich die Burschen dieses Jahr
um so eine liebevolle Deko gekümmert hatten
und derart festlich gekleidet waren. Es gab sogar
ein üppiges Büffet und so viele neue Gesichter,
sogar Frauen! Wir werden immer moderner…
Gez.: Bene Kieß

Meine Frau und ich standen schon kurz davor,
das Schloss im Sportlerheim aufzubohren. Hätten
wir geahnt, dass sich Walter Schröter nur
eingeschlossen hatte, um gemütlich einen auf
dem Personal-WC abzuseilen, wäre das nicht
nötig gewesen.
Gez.: Franjo Müntzel

Democracy at it’s finest! Bei uns wird jede Entscheidung,
und sei sie noch so banal, ausgiebig
und bis zum Erbrechen diskutiert. Ein Beispiel?
Um die Frage zu klären, wohin unsere Kuchentheke
während der Kirmes soll, brauchten wir
ganze 2 Vorstandssitzungen!
Gez.: SV „Eintracht“ Wipperdorf, Die Demokraten

Kann ich auch! Habe die Frage, ob jemals Frauen
an unserer Pustleber Kirmes beteiligt waren,
intensiver untersucht, als das südafrikanische
Gericht den Fall Pistorius.
Gez.: Dirk Niemann

Unsere Traktoren haben nur auf einer Seite Räder.
Das erklärt, weshalb wir nur im Kreis fahren
können und einfach nicht vorwärts kommen!
Gez.: Mittel-Oberdorfer Kirmesgesellschaft

Hätte Zahnarzt werden sollen. Wurzelbehandlung
am lebenden Objekt in nur 2 Monaten.
Gez.: Herbert Brothahn

Die Kulturscheune ist doch recht hübsch geworden,
oder? Finde es inzwischen sogar so gut,
dass ich mich gelegentlich dort einschließe!
Gez.: Franjo Müntzel

Habe aus Versehen zur WM eine Flagge mit der
falschen Farbreihenfolge gehisst.
Gez.: Der Bosnier

Habe mir einen Kasten voll leerer Bierflaschen
mit Schnappverschluss gekauft, um in diese
mein Mineralwasser abzufüllen. Das Auge trinkt
schließlich auch mit.
Gez.: Matthias Rohrspatz

Wo wir gerade endlich mal wieder etwas von dir
gehört haben… Matthias, unsere Anlagen sind
nicht ausschließlich zum Besudeln da! Tu was!!!
Gez.: Kleingartenverein Herrmannsacker

Wenn Falko schreit, dann bin ich da! Auch wenn
er mitten in der Nacht vollsteif heim gezerrt wird,
reicht ein „?§&%$ Schalke!“ auf Höhe meines
Hauses, und ich stehe 2 Sekunden später mit einer
Flasche Martini parat! Das ist Teamwork!
Gez.: Bene Kieß

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!
Gez.: SV „Eintracht“ Wipperdorf

Wollte Akkuschrauber zurück geben, weil der
Akku leer war. PS.: Es war ein rotes Modell!
Gez.: Bert Kißmann

Umfrage = Dummfrage!
Gez.: Gemeinde Wipperdorf im Hainleitejournal

Schluss

So liebe Leute, die Kirmes ist jetzt aus,
obwohl wir noch lange nicht gehen nach Haus.
Ich hoffe ihr konntet ein wenig lachen,
und macht bitte weiter so dumme Sachen!
So lasset uns beten:
Vater Wirt, der Du bist in der Kneipe,
geheiligt werde dein Bier,
das Du empfangen von der Brauerei,
welches gelitten unter
dem Schaukeln des Bierwagens.
Sitzest zur Rechten des Kutschers.
Von Dir wird es kommen,
um zu strömen in unsere durstigen Kehlen.
Und führe uns nicht in Versuchung
nach Hause zu gehen,
sondern erlöse uns von den Weibern
und vergiss uns unsere Schulden,
wie auch wir vergessen unsere Gelder.
So lasset uns Weitersaufen in Seeligkeit,
bis in alle Ewigkeit.
-
Nun gehet hin in Frieden:
Der Hutmacher behüte euch,
der Scheffeldrescher dresche euch,
der Kneiper kneipe euch,
der Schirmmacher beschirme euch,
Ebola verschone euch,
der Hund hebe sein Bein über euch
und sei Euch gnädig.
Und der Alkoholrausch,
der größer ist als jede Vernunft,
gebe euch ewigen Frieden.
-
Amen!

Der Gemeinde ist noch bekannt zu geben:
Die Kollekte, welche jetzt gesammelt wird,
dient zur weiteren Verdünnung des Blutes
in den Adern der Kirmesburschen

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